Kreuvfs Allerweltsblog

2014-07-13

50 Tage Japan (50dJP): Wie es dazu kam

Abgelegt unter 50 Tage Japan (50dJP),In eigener Sache von Kreuvf um 14:20:58

Ich war in Japan, ganze fünfzig Tage, und habe vor in den nächsten rund 25 Wochen jedes Wochenende einen Artikel (inklusive Bilder) rund um meinen Aufenthalt dort zu veröffentlichen. Den Auftakt dazu bildet die Vorgeschichte. Ich werde erzählen, warum ich überhaupt nach Japan gekommen bin und welche Dinge vor meiner Abreise so alles passiert sind.

Chef so: „Hast du Weihnachten was vor?“

Mir war bekannt, dass es ein DAAD-Projekt am Lehrstuhl gibt, über das japanische Wissenschaftler zu uns und deutsche Wissenschaftler nach Japan geschickt werden. Mir war ebenfalls bekannt, dass ich eingeplant war. Allerdings ergab sich aus verschiedenen Gründen dann noch die Gelegenheit noch im Jahre 2013 aufzubrechen. Am 27. November 2013 kam ich kurz ins Labor, um nach dem Rechten zu sehen, als mein Chef mich anredete und sich folgendes Gespräch (sinngemäß) ergab:

Chef so: „Hast du Weihnachten was vor?“
Ich: „Nö, bin in Straubing.“
Er: „Hättest du Lust, vielleicht, nach Japan zu fliegen?“
Ich: „oO Jetzt echt?“
Er: „Jo. […]“

Bis Weihnachten war es nicht einmal mehr einen Monat hin und in den darauf folgenden Tagen wurde aus der Idee dann ein fester Plan: ich werde am 23. Dezember 2013 gegen 20 Uhr von München aus einen zwölfstündigen Non-Stop-Flug nach Japan antreten und am 10. Februar 2014 zurückkehren.

Es versteht sich von selbst, dass mich das schon alles ein wenig überrascht hatte und, da ich bis auf ein paar Tage Österreich 2013 vorher noch nie im Ausland war und auch noch kein einziges Mal geflogen war, gab es viel zu tun. Unter anderem musste ein Reisepass her und bei der Gelegenheit habe ich dann auch direkt noch den neuen Personalausweis beantragt, da mein alter ohnehin im Februar 2014 abgelaufen wäre. Zeitlich hat das problemlos ausgereicht, eine Schnellbearbeitung des Antrags war nicht notwendig.

Rein arbeitstechnisch ist so eine längere Abwesenheit aber sehr anstrengend, da vorher eben noch so viele Dinge zu tun sind und quasi zwingend fertig werden müssen.

Zufall?

Nun wusste ich mindestens seit dem 2. Quartal 2013, dass einer meiner Homies ein Auslandssemester in Südkorea mit anschließender Reise nach Japan und Hongkong geplant hat. Als ich im Chat dann die Planungen an mir vorbeiscrollen sah, dachte ich jedes Mal: „Schade, dass ich nicht dabei sein kann :(“

Ende November war er bereits seit Monaten in Südkorea, aber Internet sei Dank natürlich nicht von der Außenwelt abgeschnitten. So erzählte ich ihm davon – er fand das mindestens genau so cool wie ich, dass wir es nicht schaffen uns mal in Deutschland zu besuchen, aber dann in Japan, da ist das natürlich drin! Und so planten wir fest ein gemeinsam durch Tokio & Umgebung zu reisen.

2014-06-28

GMX Magazin erklärt Botnets

Abgelegt unter In eigener Sache,Technologie von Kreuvf um 18:09:10

Um die Leute zur Probe und anschließend zum Kauf von angeblicher Sicherheitssoftware zu bewegen, verschickt GMX an seine Freemail-Nutzer regelmäßig eine als „GMX Magazin getarnte Spammail.

Und in der Ausgabe 26/2014 der GMX-Spam-Mail heißt es:

Was ist ein Botnet? Ein Botnet sind mehrere, virtuell verbundene Rechner, die auf Ihrem PC ein Eigenleben entwickeln – und Sie wissen von nichts!

Das ist so grotesk falsch, dass ich GMX eine Antwort dazu geschrieben habe:

Sehr geehrte GMX-Magazin-Redaktion,

[…]

Was ist ein Botnet? Ein Botnet sind mehrere, virtuell verbundene Rechner, die auf Ihrem PC ein Eigenleben entwickeln – und Sie wissen von nichts!

Nein, das ist definitiv keine Definition für ein Botnet. Wikipedia weiß Rat:

https://de.wikipedia.org/wiki/Botnet
“Ein Botnet oder Botnetz ist eine Gruppe von automatisierten Computerprogrammen,
sogenannten Bots. Die Bots (von englisch: robot “Roboter”) laufen auf vernetzten
Rechnern, deren Netzwerkanbindung sowie lokale Ressourcen und Daten ihnen zur
Verfügung stehen.”

[…]

Und was ist passiert? Eine automatische 08/15-Antwort, in der mir mitgeteilt wird, dass ich mich mit meinem Anliegen erneut an den zuständigen Ansprechpartner wenden soll.

Nö, fickt euch. Wenn euch mein Input wirklich interessieren würde, würdet ihr euren Spam nicht von einer Adresse senden, die eingehende Mails direkt in den Müll schmeißt. So steht das jetzt halt im Internet und jeder kann lesen was ihr für niveaulose Spammails verschickt.

2014-06-11

KiStAM: Abfrage beim BZSt

Abgelegt unter In eigener Sache,Recht & Gesetz von Kreuvf um 21:25:35

tl;dr: Wer sein KiStAM wissen möchte, muss eine Anfrage nach § 19 BDSG beim BZSt stellen.

Vor einigen Tagen habe ich Post von meiner Bank erhalten mit dem Hinweis auf die Möglichkeit einen Sperrvermerk für die Übermittlung des Kirchensteuerabzugsmerkmals (KiStAM) an die Bank beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) zu hinterlegen.

Wenn ich das alles richtig verstehe, dann weiß das BZSt an welche Kirche für mich Kirchensteuer abgeführt werden muss. Das heißt auch, dass sie wissen, ob Kirchensteuer überhaupt abgeführt werden muss. Wer also dachte, dass nach dem Ende des Dritten Reiches von einer zentralen Erfassung und Speicherung des Glaubens Abstand genommen wird, der hat sich getäuscht.1

Ich habe mich dann aber gefragt, woher das BZSt denn weiß, ob und, wenn ja, an welche Kirche Kirchensteuer für mich abgeführt werden soll. Ebenfalls interessant ist auch die Frage, was da genau gespeichert ist. Leider gibt es aber auf der Seite des BZSt nur Hinweise auf den Sperrvermerk und Erklärungen zum KiStAM allgemein. Einen Hinweis darauf wie ich mein KiStAM erfragen kann, konnte ich nicht finden. Selbst meine bevorzugt genutzte Suchmaschine wusste keine Antwort darauf.

Also habe ich eine Anfrage über die entsprechende Funktion auf der Seite des BZSt gestellt. Dies war am 8. Juni 2014, also Pfingstsonntag. Und zu meiner Überraschung erhielt ich bereits am 10. Juni 2014 eine Antwort. Und noch mehr überrascht war ich, als ich feststellen musste, dass die Antwort sogar auch meine Fragen beantwortet hat!

Und damit diese Informationen suchmaschinenauffindbar sind, schreibe ich das hier nochmal auf:

  • Kirchensteuerpflicht (in den Augen des BZSt) ergibt sich aus der erweiterten Datenbank zur steuerlichen Identifikationsnummer (IdNr), also dem, was in der Datenbank beim BZSt gespeichert ist
  • Basis dieser Daten sind Meldedaten aus dem Jahr 2008 zur erstmaligen Zuteilung der IdNr
  • Änderungen an diesen Daten erhält das BZSt in der Regel zeitnah elektronisch (vermutlich beim Ummelden?)
  • Auskunft über die gespeicherten Daten, das beinhaltet das KiStAM, gibt es auf Basis des § 19 des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG)
  • Auskünfte gibt es nur auf schriftlichen Antrag
  • Auskünfte sind kostenlos
  • Antrag auf Auskunft muss folgende Punkte beinhalten:
    • Vorname und Name
    • Anschrift
    • Geburtsdatum
    • IdNr
    • Unterschrift
  • Antrag muss geschickt werden an:
    • Bundeszentralamt für Steuern
    • Referat St II 3
    • DGZ-Ring 12
    • 11055 Berlin

Wer schon immer mal sagen wollte, dass er Post nach Berlin schickt, aber keine Freunde oder Verwandten in Berlin hat, denen er Post schicken kann, hat die Möglichkeit ans BZSt zu schreiben ;)

1 Oder ich habe da irgendetwas ganz falsch verstanden.

2014-06-08

Einfach erpressbar dank „Recht auf Vergessen“

Abgelegt unter Psychologie,Recht & Gesetz,Soziales Umfeld,Technologie von Kreuvf um 21:14:54

Das „Recht auf Vergessen“, das im Grunde keines ist, hat nach nur kurzer Zeit bereits dazu geführt, dass Google mit 40.000 entsprechenden Anfragen zugespammt wurde.

Im Internet frei abrufbare Quellen werden von Suchmaschinen automatisiert durchsucht und die dort verzeichneten Inhalte indiziert. Durchsucht man „das Internet“ mit der Suchmaschine, so durchsucht man in Wahrheit gar nicht tatsächlich das Internet, sondern den Index der Suchmaschine, also im Endeffekt eine Datenbank.

Wegen eines Urteil des Europäischen Gerichtshofs wurde Google in einem Fall gezwungen ein Suchergebnis nicht zurückzuliefern, also so zu tun als gäbe es besagten Inhalt im Internet nicht. Der Inhalt ist weiterhin im Internet abrufbar.1 Von einem Recht auf Vergessen kann hier also keine Rede sein.

Dienste hocherfreut

Unsere fünfäugigen „Freunde“ dürfte es aber freuen, dass Gebrauch von dieser Funktion gemacht wird: dadurch, dass die Betroffenen genau sagen, was man über sie im Internet nicht finden darf, ist auch direkt klar, womit man diese Personen im Falle des Falles erpressen könnte. Noch deutlicher kann man es den Diensten gar nicht sagen: „DAS IST MEIN WUNDER PUNKT, BITTE NUTZT DEN NICHT AUS.“ Und ich fand die mit einem großen Pflaster markierten wunden Punkte der Endgegner aus Yoshi’s Island immer zu unrealistisch…

1 Es würde mich freuen, wenn jemand für die im Netz kursierende Behauptung, dass derselbe Spanier bereits gegen die Onlineveröffentlichung dieser Notiz geklagt und verloren hatte, eine Quelle liefern könnte.

2014-04-20

Donauhochwasser 2013: Zwei Monate später

Abgelegt unter Naturgewalten von Kreuvf um 18:26:48

Die Fotos des Donauhochwassers sind am 5. Juni 2013 gegen 19:00 Uhr an verschiedenen Orten in Straubing aufgenommen. Zu diesem Zeitpunkt war der Höchststand bereits fast erreicht. Die Fotos der Situation zwei Monate später sind am 1. August 2013 aufgenommen.

Allachbach, Königshof

Auf noch aktuelleren Fotos könnte man sehen, dass sich hier bereits einiges getan hat: eine weitere Mauer soll künftig die Wassermassen fern halten.

Allachbach, Fußgängerbrücke

Donau

Diese beiden Fotos zeigen meiner Meinung nach am eindruckvollsten welche Wassermassen die Donau geführt hat.

Donau, Garagen

Donaubrücke

Donau, Straßenbeleuchtung

Herzogsschloss

Gstütt, Pegel

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