Kreuvfs Allerweltsblog

2011-03-28

Energiesparen, Rebound & Backfire

Abgelegt unter Kurioses,Technologie von Kreuvf um 11:45:59

Technology Review hat mich über den Artikel „Das Problem mit dem Rebound“ auf das Phänomen des Rebound aufmerksam gemacht. Eine neue Entwicklung führt dazu, dass zum Beispiel für dieselbe Lichtmenge weniger Strom aufgewendet werden muss. Ein aktuelles Beispiel stellen LED-Lampen dar, deren Stromverbrauch gegenüber Glühlampen deutlich reduziert ist. Die „Ressource“ Licht ist durch den geringeren Stromverbrauch also billiger geworden. Es wäre daher zu erwarten, dass bei einer angenommenen Stromeinsparung von 50 % auch der Stromverbrauch um 50 % sinkt. Als „Rebound“ wird nun aber ein Effekt bezeichnet, der dafür sorgt, dass durch die geringeren Beleuchtungskosten mehr Licht und damit mehr Strom verbraucht wird. Dies frisst einen Teil der Einsparungen auf. Liegt der erhöhte Stromverbrauch bei über 100 % der Einsparung, das heißt es wird insgesamt sogar noch mehr Strom verbraucht als vorher, so spricht man von „Backfire“. Eine Technologie, die eigentlich zu einem Minderverbrauch von Strom führt, sorgt also in letzter Konsequenz sogar für einen Mehrverbrauch.

Aber wieso mache ich mir die Mühe und versuche den TR-Artikel auszugsweise zusammenzufassen? Aus zwei aktuellen Anlässen: zum einen haben es diese unsäglichen Grünen dank der aktuellen Atomprobleme in Japan ja trotz absolut widerlichem Verhalten geschafft in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sehr gute Wahlergebnisse zu erzielen. Zum anderen ist mir ein Artikel auf EurekAlert.org zum ersten angeblich praktisch nutzbaren „künstlichen Blatt“ aufgefallen.

In diesem Newsartikel wird genau das beschrieben, was auch in der Technology Review bereits stand:

[…] Placed in a single gallon of water in a bright sunlight, the device could produce enough electricity to supply a house in a developing country with electricity for a day, Nocera said. […]

Deutsche Übersetzung von mir:

[…] „In einer einzigen Gallone Wasser in grellem Sonnenlicht könnte dieses Gerät genug Strom produzieren, um ein Haus in einem Entwicklungsland für einen Tag mit Strom zu versorgen“, sagte Nocera. […]

Und genau das deutet schon wieder auf Rebound hin. Nicht, dass Menschen in Entwicklungsländern keinen Strom haben sollten — jeder sollte ausreichend Strom zur Verfügung haben — , aber hier wird deutlich, dass eine neue Technologie Strom so günstig erzeugen kann, dass selbst Haushalte in Entwicklungsländern sich diese Technologie zulegen könnten. Und ist erst mal Strom da, wird dieser auch verbraucht. Das heißt, dass der Gesamtstromverbrauch auf Erden ansteigt.

Inwiefern das undifferenzierte Grünengequatsche von wegen „Effizienzsteigerung“ vor diesem Hintergrund für die Umwelt sinnvoll ist, sollte sich jeder selbst überlegen.