Kreuvfs Allerweltsblog

10.09.2011

Freiheit statt Angst 2011: Bilder und Kommentar

Gespeichert unter: In eigener Sache,Politik,Soziales Umfeld von Kreuvf um 21:49:03

Heute fand in Berlin die Demonstration „Freiheit statt Angst“ statt. Der offizielle Plan gemäß erster Pressemitteilung lautete:

Der Demonstrationzug startet um 13.00 Uhr am Brandenburger Tor und wird gegen 14.00 Uhr auf dem Alexanderplatz ankommen.

Nun ist das ja das erste Mal für mich gewesen und dementsprechend bin ich da ein wenig naiv herangegangen und dachte mir, dass, wenn das die offizielle Ankündigung ist, dass das dann auch so umgesetzt wird. Als Deutscher bin ich natürlich pünktlich zu 13:00 Uhr am Pariser Platz gewesen, habe da dann Fotos gemacht und bin ein wenig um den Pulk herumgeschlichen. Entgegen meiner Erwartung, dass es bestimmt gleich losgeht, war auch eine halbe Stunde später noch nichts geschehen.

Ich habe dann beschlossen alleine zum Alexanderplatz zu ziehen und mich dort umzusehen. Auf der Seite mit der Weltzeituhr befand sich der Verkehrssicherheitstag der BVG, auf der anderen Seite waren Stände verschiedener Parteien und Bürgerrechtsorganisationen und eine Bühne für die Demonstration aufgebaut. Ich bin dann einmal alles abgelaufen, hätten aber ruhig mehr Stände sein können. Habe mich dann vor die Bühne gesetzt, ein paar Fotos gemacht und darauf gewartet, dass es los geht. Irgendwann gegen 15 Uhr trat padeluun dann auf die Bühne und hat das Eintreffen des Protestzugs angekündigt. Dieser kam dann auch, aber auch hier hatte ich mich mehr gerechnet. Hatte mit min. 10.000 Leuten gerechnet, waren dann am Ende aber wohl doch insgesamt nur 5.000.

Leider fing dann die Band „Ganz gut“ an zu spielen, die zwar von padeluun als „spitze“ angekündigt wurde, aber meiner Meinung nach höchstens mittelmäßig war, wobei das online anders/besser klingt. Der Text, gerade von „Akkordarbeiter“ bleibt aber trotzdem noch zu beanstanden. Jedenfalls hat mir das dann gereicht, ich habe meinen Platz verlassen und bin gegen 15:30 Uhr nach Hause gefahren, sodass ich von den Redebeiträgen genau nichts mehr mitbekommen habe.

Insgesamt fand ich das ein wenig zu sehr parteiendominiert. Klar, Wahlen in Berlin stehen an, aber die Demo richtet sich ja nicht nur gegen Landesprobleme in Berlin. Unter den Parteien waren allen voran natürlich die Piraten, aber auch die Grünen waren deutlich präsent. Von der sonstigen Partei FDP konnte ich nur auf dem Pariser Platz einige JuLis sehen. Die Linke war auch dabei, ebenso wie die PSG. Wäre mir recht gewesen, wenn die Leute auf Fefe gehört hätten.

Nichtsdestotrotz würde ich nächstes Jahr wieder hingehen und mir vielleicht sogar überlegen einige meiner Ideen umzusetzen. Vielen Dank und mein Respekt an die Organisatoren!

Bilder vom Pariser Platz

Bilder vom Alexanderplatz

21.06.2011

Umgang mit Ideenklau

Gespeichert unter: In eigener Sache,Soziales Umfeld von Kreuvf um 18:55:08

Die Berliner Woche berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe auf Seite 20 unter dem Titel „Schweigen ist nicht immer Gold“ mit dem Zusatz „Ideenklau im Job richtig ansprechen“ darüber, wie man am besten damit umgeht, wenn Kollegen Ideen anderer als die eigenen ausgeben. Der Grundtenor des Artikels ist, dass man das immer sehr auf Deeskalation aussein sollte und erst mal mit dem Mitarbeiter das Gespräch suchen.

Das hilft natürlich bei Leuten, die das mit voller Absicht tun, absolut nicht weiter. „Im schlimmsten Falle müssen man das schlucken, sagen Psychologen.“ Ja, das steht da tatsächlich. Da steht tatsächlich, dass man doch bitte sein scheiß Maul zu halten und den Duckmäuser zu mimen hat – im schlimmsten Falle…

Doch was ist dieser schlimmste Fall? Wenn eine Klärung mit dem betreffenden Kollegenschwein nicht möglich ist, ist man gezwungen eine Ebene höher für Klärung zu sorgen. Aber da warnt gleich „Psychologe Roland Wichmann-Kopp aus Heidelberg“, dass das ja riskant sei. Könnte ja sein, dass die Beziehung des Kollegenschweins zum Chef besser ist als die eigene! Und das ist noch gar nicht der schlimmste Fall :X

Der schlimmste Fall ist, wenn der eigene Chef die Idee geklaut hat. Dann ist die Handlungsempfehlung absolut duckmäuserisch, jasagend und sich wie Dreck behandeln lassend: „Schweigen ist Gold“. Und warum, wird auch gleich noch erklärt: „Denn es sich mit dem Vorgesetzten zu verscherzen, bringt niemanden in seiner Karriere weiter.“ Aha. Wieso im Titel allerdings eher der Eindruck erweckt wird, dass man sich kämpferischer zeigen soll, erschließt sich mir dann nicht. Es wird im Endeffekt von allem eher abgeraten, was über ein Gespräch mit dem Kollegenschwein hinaus liegt. Und es wird der Eindruck erweckt, dass man nur „erfolgreich“ sein kann, wenn man sich unterjochen lässt. Da stellt sich mir die Frage, welch’ kranke Definition von „Erfolg“ es braucht, um damit rechtfertigen zu können sich so rückgratlos zu verhalten und nicht einmal eigene berechtigte Forderungen durchzusetzen.

Ich sehe das eher so: der Chef ist dann ein mindestens genau so dummes Arschloch wie das Kollegenschwein – ein Chef ist überhaupt nur ein weiterer Kollege – und hat sämtliche Ansprüche an meine Arbeitskraft über „Dienst nach Vorschrift“ hinaus verwirkt. Danach sollte möglichst schnell ein Arbeitsplatzwechsel unter deutlicher Nennung des Grundes vollzogen werden, ruhig auch mal die obersten Etagen anschreiben (und auch ausdrücklich darüber in Kenntnis setzen, dass dies der Grund für die Kündigung ist) und sich nicht im Stillen ungerecht behandeln lassen. Würden mehr Menschen derart entschieden gegen schlechte Behandlung vorgehen, gäbe es auch solche Chefs nicht mehr.

Aber wenn uns schon die Zeitung sagt, dass wir lieber die Fresse halten und schlucken sollen (bis wir davon Magengeschwüre bekommen), dann ist das wohl sicher der beste Weg! Wer weiß, wer diesen Artikel da lanciert hat…

29.08.2010

Streetview-Highlights

Gespeichert unter: Politik,Soziales Umfeld,Technologie von Kreuvf um 00:42:08

Derzeit ist Google Streetview ja groß im Gerede, wobei ich die Aufregung darum nicht nachvollziehen kann: Politiker, allen voran Zensurbefürworterin Aigner, spielen sich besonders gerne auf. Und gerade ältere Leute, die „diesem Internet schon immer mal eins auswischen wollten“, sind sowieso dagegen.

Was ich nun an der Rauslöschung der eigenen Hausbilder aber nicht so recht verstehe, ist folgendes: Wenn in Google Streetview der Großteil der Straßenansichten verfügbar ist, so ist es doch relativ schwer unter all diesen etwas Interessantes zu finden, wenn man einfach nur so durchklickt. Ein zensiertes Häuschen allerdings, weckt da doch deutlich mehr Interesse und wird auch beim Durchklicken entdeckt. Wenn gerade jene, die viele interessante/teure/begehrte Dinge in ihrem Haus verstecken, sich aus Streetview rauszensieren lassen, so ist es doch für Kriminelle ein Leichtes jene Häuser zu finden und dann gezielt Jagd auf fette Beute zu machen. Das sind dann die im Titel angesprochenen Highlights. Wobei ich sowieso nicht glaube, dass die Häuser lange aus dem Netz verbannt bleiben, da es in der Netzgemeinde sicher genug Leute gibt, die dann eben eigene Fotos der zensierten Häuser machen und diese dann absolut unanfechtbar selbst ins Internet stellen. Hätte ich eine Digitalkamera und wäre Hockenheim in Streetview verfügbar, ich würde das sicher machen. Wer weiß, vielleicht gibt es dann auch irgendwann eine Rangliste der besten Streetview-Aufdecker.

Nebenbei bemerkt: Das Ganze erinnert mich ein wenig an die Kartographentitel in Guild Wars, wo das Ziel darin besteht möglichst die gesamte Karte aufzudecken, um einen Titel zu erlangen.

29.04.2010

„I tell you something about …“

Gespeichert unter: Soziales Umfeld,Wortschatz/Sprache von Kreuvf um 19:57:38

Im Masterkurs gibt es jetzt ja eine größere Zahl an Präsentationen und da der Großteil der Studenten aus Deutschen besteht, hört man nur selten perfektes Englisch. Was mir aber bei vielen Vorträgen jetzt schon aufgefallen ist, ist fehlende sprachliche Gewandtheit: Wie für so einen Vortrag üblich, gibt es neben der ersten Folie eine oder zwei Folien mit dem Inhalt des Vortrags. Und einer der am häufigsten benutzten Satzfetzen in diesem Zusammenhang ist: „I tell you something about …“ Und das klingt sowas von grottig nach einem dieser Halbsätze, die man irgendwann in der Schule mal auswendig gelernt hat als „Präsentationsvokabular“ und jetzt bei jeder sich bietenden Gelegenheit einbaut. Und das ist ein Problem, denn je öfter man dieses Konstrukt verwendet, umso häufiger werden die damit verbundenen Hirnwindungen benutzt und gestärkt, sodass es immer mehr zu einer Angewohnheit wird sich so auszudrücken statt aktiv über das Gesagte nachzudenken und vielleicht doch mal ein klein wenig Variation einzubauen.

Dicht gefolgt wird das Ganze übrigens vom Wort „important“. Egal wie unbedeutend das behandelte Nischenthema auch sein mag, es muss immer irgendwie ausgesagt werden, dass es „important“ ist. Nun ist die Behauptung etwas wäre wichtig ja absolut bedeutungslos, da fehlt eindeutig eine Begründung, aber viel zu oft, wenn diese nachgeliefert wird, hört sich das entweder hanebüchen oder konstruiert an. Soweit ich mich erinnern kann, verzichte ich größtenteils auf den Gebrauch von „important“, wohl auch, weil das eine eher abstoßende und das Thema langweilig-machende Wirkung auf mich hat. Ein Beispiel aus dieser Woche: Es gab diese Woche Vorträge unter anderem zu Drug Delivery Systems, also Mitteln und Wegen wie man eine Medizin in den Körper und da dann dorthin bringt, wo sie benötigt wird. Bin mir nicht mehr ganz sicher, aber ich meine es war so, dass eine Frage aus dem Publikum kam, die darauf abzielte, weshalb man denn für Diabetiker an einer Lösung arbeitet, die ohne Injektionen auskommt. Und dann war es natürlich total important, dass man nicht mehr spritzen muss, weil ja die armen Patienten das nicht so mögen. Das stimmt natürlich, sich spritzen ist nervig und kostet auch Überwindung und wenn man zu oft an einer Stelle spritzt, hat das ja auch optische Effekte, aber dennoch: Der Patient sollte nicht zu sehr mit Samthandschuhen angefasst werden, denn die Alternative zu Spritzen lautet Hyperglykämie und all die Effekte, die sich daraus ergeben können wie Retinopathia diabetica oder diabetischem Fuß. Und dann frage ich mich wie „important“ dem Patienten der Erhalt seiner Mobilität und sinnlichen Wahrnehmung ist verglichen mit dem Nachteil des Spritzens. Das ist auch der Grund, weshalb ich die Begründung, weshalb die Entwicklung „important“ sein soll, für konstruiert halte.

Und leider treffe ich viel zu oft auf solche Begründungen, die meiner Meinung nach einfach nur dahingesagt sind :( Ich sage ja nicht, dass der Grund nicht stimmt, aber der Grund ist einfach viel zu schwach. Wenn man durch das Spritzen nach jeder dritten Injektion für eine Stunde gelähmt wäre und das in der neuen Darreichungsform nur noch 10 Minuten wären, das wäre etwas, bei dem ich zustimmen würde, dass es sinnvoll ist, sowas zu entwickeln.

11.02.2010

Spiritualität ist Hirnschaden

Gespeichert unter: Humor,Kurioses,Medizin (Sonstiges),Soziales Umfeld von Kreuvf um 18:22:10

Jaja, ist natürlich böse übertrieben und unzulässig gekürzt, aber wo bliebe denn sonst der Spaß? ;X

Es gibt da eine aktuelle Studie, die untersucht hat, worauf Spiritualität neuronal basiert. Dazu haben die Leute betrachtet, denen man am Hirn rumoperiert hat. Die haben da genauer gesagt die sogenannte Selbstranszendenz vor und nach Hirnoperation untersucht. Was das sein soll?

[...] is thought to be a measure of spiritual feeling, thinking, and behaviors in humans. ST reflects a decreased sense of self and an ability to identify one’s self as an integral part of the universe as a whole. [...]

Also, irgendsoein Maß zur Abschätzung wie sehr man sich als Bestandteil des Universums und nicht als Individuum fühlt. Jo, das passt IMHO zu Spiritualität. Wenn die Leute dann immer behaupten sie wären im Gleichgewicht mit ihrer Umwelt. Das kann natürlich nicht sein, denn wären sie im Gleichgewicht, so müssten sie tot sein. Überhaupt funktioniert „Leben“ – wie auch immer man das definieren mag –  ja sowieso nur dank Ungleichgewichten. Und der Grund dafür, dass es Leben gibt, also der Sinn des Lebens, ist auch ganz einfach erklärt: Leben ist thermodynamisch begünstigt! Ansonsten würden andere Reaktionen eben schneller ablaufen.

Aber gut, zurück zum interessanten Teil: Die haben also geschaut wie hoch die Selbsttranszendenz bei den Leuten mit Hirntumor ist, haben die dann operiert, wieder geschaut wie hoch die Selbsttranszendenz ist und geguckt, welche beschädigten Hirnregionen jetzt für eine Veränderung gesorgt haben. Und die spannende Frage ist ja jetzt, was die da gefunden haben:

The group found that selective damage to the left and right posterior parietal regions induced a specific increase in ST.

Also irgendsoeine Region im Hirn hat bei Schädigung dafür gesorgt, dass es einen Anstieg an Selbsttranszendenz gibt.

q. e. d. Spiritualität ist Hirnschaden! :X

Quelle: Selective brain damage modulates human spirituality

Nächste Seite »