Derzeit ist Google Streetview ja groß im Gerede, wobei ich die Aufregung darum nicht nachvollziehen kann: Politiker, allen voran Zensurbefürworterin Aigner, spielen sich besonders gerne auf. Und gerade ältere Leute, die „diesem Internet schon immer mal eins auswischen wollten“, sind sowieso dagegen.
Was ich nun an der Rauslöschung der eigenen Hausbilder aber nicht so recht verstehe, ist folgendes: Wenn in Google Streetview der Großteil der Straßenansichten verfügbar ist, so ist es doch relativ schwer unter all diesen etwas Interessantes zu finden, wenn man einfach nur so durchklickt. Ein zensiertes Häuschen allerdings, weckt da doch deutlich mehr Interesse und wird auch beim Durchklicken entdeckt. Wenn gerade jene, die viele interessante/teure/begehrte Dinge in ihrem Haus verstecken, sich aus Streetview rauszensieren lassen, so ist es doch für Kriminelle ein Leichtes jene Häuser zu finden und dann gezielt Jagd auf fette Beute zu machen. Das sind dann die im Titel angesprochenen Highlights. Wobei ich sowieso nicht glaube, dass die Häuser lange aus dem Netz verbannt bleiben, da es in der Netzgemeinde sicher genug Leute gibt, die dann eben eigene Fotos der zensierten Häuser machen und diese dann absolut unanfechtbar selbst ins Internet stellen. Hätte ich eine Digitalkamera und wäre Hockenheim in Streetview verfügbar, ich würde das sicher machen. Wer weiß, vielleicht gibt es dann auch irgendwann eine Rangliste der besten Streetview-Aufdecker.
Nebenbei bemerkt: Das Ganze erinnert mich ein wenig an die Kartographentitel in Guild Wars, wo das Ziel darin besteht möglichst die gesamte Karte aufzudecken, um einen Titel zu erlangen.
Es kommt mir so vor als sei das vielleicht ein wenig untergegangen oder in Vergessenheit geraten, was ja durchaus gewollt wäre. Daher jetzt und hier in eindeutiger Sprache: Das Internetzensurgesetz von Zensursula wurde nicht gekippt, die Netzgemeinde hat verloren!
Weitere Informationen dazu hält Wikipedia unter dem Titel „Zugangserschwerungsgesetz“ bereit.
Da ich das am Mittwoch in #chaosradio erwähnt hatte und es partout nicht finden konnte, habe ich das jetzt nochmal rausgesucht und poste es hier im Blog.
Es geht um folgende Aussage von Ursula von der Leyen aka Zensursula:
[...]
Noch einmal: Das ist ein Millionengeschäft. Es geht folgendermaßen: Das Anfixen geschieht über Spammails. Die permanente Beschäftigung mit solchen Inhalten führt dann zum Abbau von Hemmschwellen und löst den Hunger nach mehr aus.
[...]
Quelle: Plenarprotokoll 16/214 (PDF-Seite 64)
Es wird sich jetzt sicher der ein oder andere fragen, womit man da angefixt werden soll. Liegt doch auf der Hand: Mit Kinderpornografie natürlich!
Ich frage mich dann übrigens, wieso Zensursula keine Anti-Spam-Kampagne gestartet hat, wenn es Spam ist, der den Fantastilliardenmarkt mit Kinderpornografie mit Neukunden versorgt.
Wie ich das gefunden habe: Via wget sämtliche Plenarprotokolle von 16001.pdf bis 16227.pdf runtergeladen, dann via pdftotext da Textdateien draus gemacht, dann nach “Anfixen” gegreppt. Kommandozeilenprogramme ftw! :D
Auf heise.de kann man lesen, dass „[d]ie Neue Musikzeitung Online beispielsweise [...] die Einigung “als wichtigen Schritt zur gerechten Entlohnung der Kulturschaffenden [lobt]““. Worum geht’s? Die ZPÜ freut sich ein Loch in den Bauch, dass zusammen mit VG WORT und VG Bild-Kunst ein paar Computerhersteller, die in dem BCH e. V. organisiert sind, zugestimmt haben, dass diese zumindest mal vom 01.01.2008 bis zum 31.12.2010 eine Gebühr auf Computer mit und ohne Brenner erheben: Für PCs mit eingebautem Brenner soll diese 13,65 € betragen, für PCs ohne eingebautem Brenner soll diese 12,15 € betragen.
Ich sehe das so: Es gibt keinen Grund, weshalb jemand, der nicht an der Herstellung oder dem Vertrieb der PCs beteiligt ist, auch nur einen Cent dafür bekommen sollte. Ich weiß auch nicht wie man derart dumm-dreist verlogen sein kann zu behaupten es handele sich um eine gerechte Entlohnung der Kulturschaffenden. Allein dieses Wort: Kulturschaffende. Ihr geldgeilen Arschlöcher! Kultur wird nicht erschaffen, sondern gelebt. Und noch dazu ist die einzig gerechte Entlohnung für an obigen Prozessen Unbeteiligte 0 €. Es gibt keinen Grund, weshalb irgendsoein selbsternannter Kulturschöpfer auch nur einen Cent von mir kassieren darf, wenn ich einen Computer kaufe oder einen Rohling oder einen Scanner oder einen Drucker…
Haben die Piraten da eigentlich was in ihrem Programm? *hint* *hint*
Zensursula wütet weiter. Nachdem unsere hochkompetente Internet- und Kindersexpertin unterirdische Freiheitsfeindin Ursula von der Leyen für ihr Verhalten im Familienministerium ins Arbeitsministerium strafversetzt wurde, dachte man sie hätte (vielleicht ausnahmsweise doch ein ganz klein wenig) aus früheren Fehlern gelernt und verstanden, dass es in der BRD ein paar Menschen gibt, denen das Grundgesetz mehr als nur ein Lippenbekenntnis wert ist.
Hat sie nicht:
Die Pläne von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen zur Reform der Jobcenter verstoßen nach Auffassung eines Rechtsexperten gegen das Grundgesetz.
Quelle: „Der Sonntag“ (Nr. 50, 3. Jahrgang vom 13. Dezember 2009, Seite 2 unter der Überschrift „Keine Trennung“)
Gut, als Autor steht da jetzt nur „AP“ dran, was natürlich genau nichts über die Gesinnung des Autors verrät, aber ist ja auch kein Qualitätsjournalismus, der wiederum nichts mit „Qualität“ zu tun hat. Das ist eine lyrisch-dialektbehaftete Zusammensetzung aus „Qual? I tät’s!“ und „Journalismus“.
Aber zurück zu Zensursula: Immerhin macht sie damit etwas, mit dem sie Erfahrung hat, nämlich grundgesetzwidrige Gesetzesvorhaben auf die Wege bringen. Da kann man echt nur gespannt sein wie es weitergeht.
Und falls sich wer fragt, was denn die Überschrift mit dem Artikel zu tun hat: Im Dritten regiert’s sich besser. Das nur, um den Bogen von CDU zu ZDF zu spannen.